Geschichte

1. Geschichte des Forstgutes Ditzrod

Das Forstgut Ditzrod liegt mit seinen ca. 2000 ha Jagdfläche(arrondiert) in einer der waldreichsten Regionen Nordrhein-Westfalens, im Kreis Siegen-Wittgenstein, direkt an der Nord-West-Grenze zu Hessen. Es ist seit ca. 900 Jahren im Besitz der Familie Sayn-Wittgenstein.

Unberührt von Autobahnen und sonstigen Beunruhigungen führt unser Wild ein weitgehend ungestörtes Leben. Nachtjagd und das Schiessen an Fütterungen ist bei uns strengstens untersagt. Führende Bachen und Leittiere sind ganzjährig geschont.

Die Hauptaktivitäten des Forstgutes liegen in der Forstwirtschaft, der Jagd und der Immobilien- und Vermögensverwaltung der Familie des Prinzen Wittgenstein.


2. Geschichte der Familie Sayn-Wittgenstein-Berleburg

Die Geschichte der Fürstlichen Familie Sayn-Wittgenstein führt bis ins 12. Jahrhundert zurück. Das Geschlecht blüht heute in den zwei Hauptlinien Berleburg (Reichsfürsten seit 1792), Hohenstein (Reichsfürsten seit 1801) und der Speziallinie Sayn-Wittgenstein-Sayn (Preußischer und Russischer Fürstenstand seit 1834).


Die älteren Grafen von Sayn

Eine erste ungesicherte Nennung der Grafen von Sayn findet man bereits im 10. Jahrhundert. Sie waren vermutlich Untergrafen der Pfalzgrafen im Auelgau. Mit den Brüdern Graf Eberhard und Graf Heinrich von Sayn findet die Familie im Jahr 1134 erstmals urkundliche Nennung.

Der Sayn'sche Einflussbereich wuchs zügig vom Mittelrhein in die Region um Bonn und Köln. Den größten Zuwachs des Herrschaftsbereiches erfuhr die Familie am Anfang des 13. Jh. unter Graf Heinrich III., dem Großen, dessen Frau Mechtild von Meissen-Landsberg aus dem landgräflich thüringischen Besitz ihrer Mutter weitere bedeutende Territorien am Rhein einbrachte. 1205 wurde Bruno von Sayn Erzbischof von Köln.


Die Grafen von Sayn aus dem Hause Sponheim

Im Mannesstamm kommt die Linie Sayn-Wittgenstein ursprünglich aus dem Geschlecht der Grafen von Spanheim (Sponheim), die im Nahegau saßen und im 13. Jahrhundert den Herzogstuhl von Kärnten innehatten.

Graf Gottfried von Spanheim heiratete Adelheid von Sayn, Erbin der Grafschaft Sayn, welche Gottfried 1247 mitsamt dem Namen übernahm. Adelheids Brüder gehörten zu den großen Herren jener Zeit: Graf Heinrich III., der ohne Erben starb, und dessen schönes Grabmal sich im Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg befindet; und Graf Eberhard, der als Heermeister in Livland amtierte.

Einer der Nachkommen Gottfrieds, Graf Salentin von Sayn, heiratete ebenfalls eine Adelheid, welche ihm 1352 die Grafschaft Wittgenstein zubrachte. Seit dieser Zeit nennen wir uns Sayn-Wittgenstein. Bis einschließlich 1974 bildete die alte Grafschaft den Landkreis Wittgenstein.


Die älteren Grafen von Wittgenstein

1174 erscheint Graf Werner von Wittgenstein urkundlich zum ersten Mal. Er residierte in Battenberg. Der Name Wittgenstein, in den ältesten Formen Widechinstein, Widegenstein, weist auf sächsischen Ursprung. So nannten sich unsere Vorfahren seit 1238 Grafen von Battenberg und Wittgenstein, nach den beiden Burgen. Die Battenberger starben aus; darauffolgend wurde die Grafschaft von Mainz eingezogen, fiel dann an Hessen, und 1851 erhielten die Kinder des Prinzen Alexander Hessen-Darmstadt den Namen Battenberg, der in England zu Mountbatten umgewandelt wurde. Als Herzschild ihres Wappens führen sie das Wittgensteiner Stammwappen: Zwei schwarze Pfähle in Silber.

1506 teilten sich die Brüder Wilhelm und Johann die Grafschaft Wittgenstein. Wilhelm wählte Schloss Wittgenstein bei Laasphe, Johann Berleburg als Residenz. Beide Orte waren kleine Ackerbürgerstädte, geschützt durch Befestigungen, die heute verschwunden sind. Wälder in meilenweiter Ausdehnung umgaben rings die Siedlungen, ein Jagdparadies mit Hochwild, Schweinen, Bären und Wölfen. Infolge des Waldreichtums hat Wittgenstein seit etwa 1440 für die damalige „Schwerindustrie" des Siegerlandes, des Dill- und Lahngebietes und für das Südliche Westfalen eine Rolle gespielt, denn es lieferte die Holzkohle für die Eisenhütten.

Nachkommen teilten den Besitz 1605 in die Grafschaften Berleburg (seit 1792 Fürsten zu Sayn- Wittgenstein-Berleburg), Sayn (Grafen zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, 1846 ausgestorben) und Wittgenstein (seit 1801 Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein).


Die Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg

Ludwigs Enkel, Graf Johann VIII. zu Sayn-Wittgenstein (1601 - 1657) kämpfte mehrere Jahre im 30-jährigen Krieg und kehrte erst 1635 nach Berleburg zurück. Er wurde 1642 zum Brandenburgischen Geheimrat ernannt. Als Brandenburgischer Hauptgesandter nahm er dann 1645 maßgeblich an den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück teil die im Oktober 1648 zum Westfälischen Frieden führten.

Es bedurfte langer Zeit, um die Spuren, die der grausame Krieg hinterlassen hatte, zu beseitigen. Kaum hatten sich die Grafschaften erholt, so dämmerte auch schon ein neuer Krieg, diesmal von siebenjähriger Länge (1756 - 1763) herauf.

Die kaisertreuen Grafen Johann- Ludwig und Ludwig-Ferdinand standen auf der Seite Österreichs und mussten Steuern, Kontributionen, Plünderungen und Zwangseinquartierungen erleiden. Für Ihre Treue wurden die Wittgensteiner Grafen jedoch im Jahre 1793 - kurz vor dem Untergang der selbstständigen Staaten in Deutschland- von Kaiser Franz II. in den Reichsfürstenstand erhoben. Ihre Durchlauchten durften nunmehr schreiben: „Wir, von Gottes Gnaden regierender Fürst zu Wittgenstein..." Im Jahre 1806 war es jedoch mit der Selbstständigkeit der Grafschaften aus. Auf Beschluss des Wiener Kongress von 1815 wurden die beiden Grafschaften zudem vereinigt und Preußen angegliedert.

Chef des Gesamthauses ist heute Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg auf Schloss Berleburg, verheiratet mit Prinzessin Benedikte von Dänemark.
Partner - Impressum - Anfahrt - Kontakt